Vor vier Jahren begann unser Hilfsprojekt für die Ukraine mit einer spontanen Entscheidung: Menschen zu helfen, die vom Krieg betroffen sind. Was als kleine Initiative an der ukrainischen Grenze begonnen hat, ist heute ein Netzwerk für direkte humanitäre Hilfe in der Ukraine. Dieses Jubiläum erinnert uns daran, was Solidarität alles bewirken kann.
Der Anfang: Eine Nachricht, eine Entscheidung, eine Fahrt zur Grenze
Ende Februar 2022 veränderte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine das Leben von Millionen Menschen – und auch das vieler Menschen in Deutschland. Während die Welt versuchte zu begreifen, was geschah, begannen gleichzeitig überall Hilfsinitiativen zu entstehen.
Auch der Ursprung von Project NADIYA e.V. liegt in diesen ersten Tagen des Krieges. Was damals begann, war zunächst nicht viel mehr als der Wunsch, dem Beginn des Krieges Solidarität entgegenzusetzen und der Wille, nicht tatenlos zuzusehen. An der slowakisch-ukrainischen Grenze entstand gemeinsam mit engagierten Ukrainer*innen eine Privatinitiative, die Hilfsgüterlieferungen aus Deutschland koordinierte.
An der Grenze zeigte sich unmittelbar, was Krieg für Menschen bedeutet: Familien auf der Flucht, Freiwillige aus vielen Ländern und eine Atmosphäre zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Aus diesen ersten Begegnungen entstand Schritt für Schritt ein Netzwerk von Menschen, die helfen wollten.
In den Monaten danach entwickelte sich aus dieser spontanen Initiative ein strukturiertes Hilfsprojekt. Heute organisiert Project NADIYA e.V. Hilfstransporte, arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen und unterstützt Menschen in der Ukraine dort, wo Hilfe unmittelbar gebraucht wird.
Vier Jahre später: Solidarität bedeutet weitermachen
In den vergangenen vier Jahren hat das Team von Project NADIYA viel Erfahrung gesammelt und dabei gelernt, mit widersprüchlichen Realitäten umzugehen.
Krieg bedeutet, dass Hoffnung und Ohnmacht oft sehr nah beieinanderliegen. Einerseits gibt es Momente der Erleichterung und der Solidarität, andererseits Situationen, in denen das Ausmaß der Zerstörung und des Leids überwältigend erscheint.
Auch persönliche Eindrücke aus Aufenthalten in der Ukraine prägen diese Arbeit: Nächte, die vom Luftalarm unterbrochen werden, Gespräche mit Menschen, deren Alltag von Unsicherheit geprägt ist, und gleichzeitig eine beeindruckende Stärke und Solidarität untereinander.
Während der Krieg für viele Menschen außerhalb der Ukraine im Laufe der Zeit leiser geworden ist, bleibt er für die Menschen vor Ort allgegenwärtig. In vielen Regionen gehören Drohnenangriffe, Raketenalarm und Stromausfälle weiterhin zum Alltag.
Gerade deshalb ist kontinuierliche Unterstützung so wichtig.
Die Partnerorganisationen und Freund*innen von Project NADIYA in der Ukraine leisten diese Arbeit jeden Tag, oft unter Bedingungen, die kaum vorstellbar sind. Ihr Zuhause, ihre Familie und sie selbst können jederzeit Ziel eines Angriffs werden.
Die Unterstützung aus Deutschland kann diese Realität nicht vollständig verändern. Aber sie kann helfen, der Ungerechtigkeit und dem Terror etwas entgegenzusetzen.
Ein besonderer Dank gilt den vielen Partnerorganisationen und Unterstützer*innen, die diese Arbeit möglich und erfolgreich machen. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass Ukraine-Hilfe nur gemeinsam funktionieren kann
Gemeinsam weitermachen
Vier Jahre nach den ersten Hilfseinsätzen an der Grenze ist klar: Die Arbeit von Project NADIYA e.V. ist noch lange nicht beendet.
Solange der Krieg andauert, bleibt humanitäre Hilfe in der Ukraine dringend notwendig. Deshalb organisiert der Verein weiterhin Hilfstransporte, unterstützt lokale Initiativen und arbeitet daran, Hilfe dort zu leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
