Anfang Januar kommen wir in der Südukraine an. Es ist Winter. In den Regionen Odesa und Mykolaiv liegen die Temperaturen unter null Grad, die Energieversorgung ist instabil, Luftalarm gehört zum Alltag. Es ist ein Kriegswinter. Und doch sind wir hier, um im Rahmen unserer Ukraine Hilfe etwas möglich zu machen, das für viele Kinder längst nicht mehr selbstverständlich ist: Weihnachten zu feiern.
Die Weihnachtsaktion 2026 von Project Nadiya e.V. ist Teil unserer kontinuierlichen humanitären Arbeit in der Ukraine. Unser Fokus liegt dabei auf Menschen, die oft übersehen werden – insbesondere auf Familien und Kindern in abgelegenen Dörfern, fernab großer Städte und zentraler Hilfsstrukturen. Gerade dort kommt Unterstützung und Versorgung häufig nur selten an.
In diesem Jahr beteiligten sich 13 Schulen aus ganz Deutschland an der Aktion. Gemeinsam mit ihren Schulgemeinden wurden Spenden als Geschenke gepackt – insgesamt rund 1.400 Päckchen. Jedes einzelne davon war für ein Kind bestimmt. Das bedeutet: 1.400 Kinder konnten ein eigenes Geschenk auspacken und einen Moment der Freude erleben.
Verteilungen abseits der großen Städte der Ukraine
Die Verteilungen verliefen in diesem Jahr anders als in den vergangenen Jahren. Viele Geschenke wurden über mehrere Wochen hinweg in schwer erreichbare Dörfer der Ukraine gebracht und dort in Schulen und Kindergärten verteilt. Manche Orte sind so abgelegen, dass viele Kinder in ihrem bisherigen Leben nicht einmal die nächstgrößere Stadt besucht haben.
Wenn es möglich war, konnten wir Kinder nach Mykolaiv bringen, um dort eine Theateraufführung zu sehen. Für die meisten war es der erste Theaterbesuch ihres Lebens. Wo das nicht ging, kamen Helferinnen und Helfer direkt in die Dörfer. Dort fanden kleine Feiern in Schulen oder Gemeinderäumen statt. Kinder führten etwas auf, Theatergruppen traten auf – danach wurden die Geschenke verteilt.
Aufgrund der gezielten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine fanden einige dieser Feiern ohne Strom und bei großer Kälte statt. Ein kleiner Generator sorgte zumindest für etwas Licht. Diese Umstände gehören für die Kinder in der Ukraine zum Alltag.
Bewegende Momente
Viele dieser Tage waren sehr bewegend. In einem Theater schalteten Kinder ihre Väter per Videoanruf dazu, um diesen Moment gemeinsam zu teilen. Viele der Männer sind im Militärdienst oder an der Front. Andere Kinder erzählten uns, dass sie die Aufführungen filmen, um sich die Videos später noch einmal anschauen zu können, zum Beispiel, wenn sie bei Luftalarm im Schutzraum sitzen und Angst haben.
Für ein paar Stunden konnten die Kinder den Krieg vergessen. Sie konnten lachen, staunen und einfach Kind sein. Ein eigenes Geschenk zu bekommen, war für viele ein echtes Highlight – etwas, das sie lange in Erinnerung behalten werden.
Mehr als eine einzelne Aktion – Ukraine Hilfe lebt von Kontinuität
Die erneute Weihnachtsaktion 2026 ist nur ein Teil unserer Arbeit in der Ukraine Hilfe. Project Nadiya e.V. ist das ganze Jahr über aktiv – unter anderem mit der regelmäßigen Versorgung bedürftiger Menschen mit warmen Mahlzeiten in Odesa sowie mit der Unterstützung kritischer Infrastruktur durch Generatoren und Batteriespeicher, etwa für Krankenhäuser.
Besonders wertvoll erleben wir dabei die Zusammenarbeit mit Schulen in Deutschland. Die Rückmeldungen zeigen, wie viel Mehrwert ein gemeinsames Engagement über einzelne Spenden & Aktionen hinaus haben kann, sei es durch Projekttage, Spendenläufe, Sammelaktionen oder Gespräche im Unterricht. Echte Unterstützung – gelebte Ukraine Hilfe für die Menschen vor Ort!
Gerade als kleiner Verein schätzen wir dabei die enge Zusammenarbeit mit Schulgemeinschaften sehr. Sie ermöglicht uns, transparent zu arbeiten und genau zu berichten, was mit Spendengeldern konkret umgesetzt wurde.
Was bleibt, ist auch 2026 vor allem wieder eines: die Gewissheit, dass jedes gepackte Geschenk mehr war als ein Päckchen und eine Spende. Es war ein Zeichen dafür, dass diese Kinder nicht vergessen sind und dass Hoffnung auch in schwierigen Zeiten weitergegeben werden kann.
Im vergangenen Jahr haben wir mit insgesamt elf Bildungseinrichtungen begonnen –
und das mit großem Erfolg. Dieses Jahr wollen wir noch mehr Schulen und Kitas gewinnen,
um gemeinsam noch mehr Kindern Freude zu bereiten.
Aktionen wie diese zeigen, wie unmittelbar Engagement wirken kann.
